
Falls ich eine Antwort (oder -- wär das schön -- mehr Pralinées) kriege, hört ihr davon!
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Gestern nahm ich -- das erste Mal in meinem Leben -- an einem Jassturnier teil: Die Partner wurden in jeder Runde zugelost, was eine Herausforderung ist, weil ich einen unbekannten Menschen in kurzer Zeit vestehen musste.
Das liegt mir eigentlich sehr, ich spreche gerne mit Leuten, um sie kennenzulernen, und ich fühle mich gerne in andere Leute ein.
Nur eben, das mache ich normalerweise durch Sprechen, und so erschrak ich zuerst ein bisschen, als mir in der zweiten Runde ein Partner zugelost wurde, der kaum mehr sprechen konnte. Er zeigte jeweils den Trumpf an, indem er auf eine selbstgemachte Karte zeigte, auf welcher alle vier Farben sichtbar waren.
Stell Dir meine Überraschung vor, als ich mir bewusst wurde, dass ich mich mit diesem Mann sehr gut verstand. Ich harmonierte mit ihm besser als mit den anderen Partnern aus den anderen Runden, denn wenn er auch wenig sprach, so drückte er sehr viel aus mit all dem, was für mich sonst nur Zusatzinformation ist: mit den Augen, den Händen, der Körperhaltung, und vor allem mit seinem schelmischen Lächeln.
So bleibt mir als Erinnerung an dieses Turnier neben einem gewonnen Buch über Kunst vor allem die Erinnerung an eine sehr freude.li-ge zweite Runde mit einem sehr eindrücklichen Jasspartner.
P.S. Jassen konnte er erst noch sehr gut!
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Ich wurde schon verdächtigt, eine rosarote Brille zu tragen, weil ich die Welt zutiefst schön finde. Naiv nennt man das, so scheint es.
Und so freuten mich Paulo Coelhos Worte aus seinem "Handbuch des Kriegers des Lichts" sehr:
Mancher Krieger des Lichts richtet sein Augenmerk auf die kleinen Dinge des Alltags.
Er ist fähig, das Schöne zu sehen, weil er die Schönheit in sich trägt, denn die Welt ist ein Spiegel und wirft einem jeden Menschen das Bild seines eigenen Gesichts zurück.
Wenn er sich auch seiner Fehler und Grenzen bewusst ist, so tut der Krieger doch alles, um in Krisenzeiten seine gute Laune nicht zu verlieren.
Letztlich bemüht sich die Welt, ihm zu helfen, auch wenn alles um ihn herum das Gegenteil zu beweisen scheint.
Für mich sind diese Worte zu tiefst wahr, auch wenn der Vergleich mit dem Spiegel etwas zu kurz greift. Im Spiegel kann ich nur sehen, was ist. Wenn ich jedoch bewusst das Schöne in der Welt anschaue und Freude daran habe, dann wächst die Schönheit in mir und die Welt wird noch schöner.
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Mit den Post-Its aus meiner Geschichte Gelbes Pflaster für die Seele spiele ich immer noch rum. In der Stadt stehen im Moment Skulpturen aus Festbänken herum, die Werbung machen für das Kulturfest am Samstag.
An eine davon hängte ich am Freitag einen einfachen Smiley
mit Tuschepinsel auf eines meiner Post-It gemalt.
Trotz Regen, Wochenende mit Leuten im Ausgang, Wind und sehr guter Sichtbarkeit hing der Smiley heute noch dort. Vielleicht glauben die Leute, er müsse dort hängen!
Ich hab mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut und noch lange danach gelächelt!
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Heute sprach ich im Stadtpark mit einem Mitglied einer Freikirche; er war als Sträfling gekleidet und machte so Werbung für einen Gottesdienst.
Sein Gott sei ein Gott der Liebe, sagte er mir, er habe den Weg zu ihm gefunden, und Jesus sei der einzige Weg und der Islam sei grundsätzlich schlecht. Und ich sagte zu den drei Dingen: Liebe: Herrlich! Gefunden: Welche Freude!! Einizger Weg, alle anderen falsch: Wie bitte???
Ich habe lange mit ihm gesprochen, aber nicht herausgefunden, weshalb es für ihn so wichtig ist, dass sein Weg der einzige Weg ist. Nicht einmal, wieso er sicher ist, dass es der einzige Weg ist, wo er doch nur diesen einen Weg ein Stück weit gegangen ist. Wenn Du, liebe Leserin, eine Vermutung hast: schreib mir doch!
Nun ja, wenn zwei von drei Aussagen schön sind, ist das doch ein Grund zur Freude. Und zur dritten Aussage, dem einzigen Weg zu Gott, lasse ich den islamischen Mystiker Rumi sprechen, der es schöner sagt, als ich es könnte:
Das Kreuz und die Christen nahm ich von allen Seiten in Augenschein. Er war nicht am Kreuz. Ich ging zum Hindu-Tempel, zu der alten Pagode. An beiden Orten fand ich keine Spur von ihm. Ich ging zu den Höhen von Herat und nach Kandahar, schaute mich um. Er war nicht auf den Höhen und nicht in der Niederung. Entschlossen stieg ich zur Spitze des Kaf-Berges. Dort wohnte nur der Anqa-Vogel. Ich ging zur Kaaba und traf ihn dort nicht. Ich fragte Ibn Sina (Avicenna) nach seinem Wesen: er war jenseits der Definitionen des Philosophen ... Ich schaute in mein eigenes Herz. An diesem Orte sah ich ihn. Er ist an keinem anderen Ort ...
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