Und dennoch gehe ich zu jedem Flohmarkt der Stadtbibliothek, wie eben heute Morgen. Dort könnte ich für mein Sackgeld mehr Bücher kaufen, als ich tragen kann! Ich wühle so gerne in den Kisten, freue mich über jedes Buch, das zu mir passt, und staple die gefundenen Bücher auf meinem Arm, bis ich nicht noch mehr davon tragen kann; rette sie aus der anonymen Masse, fülle damit meinen Rucksack, dass das Gewicht fast schmerzhaft gross wird, und schleppe mich damit freudig (und verschwitzt) nach Hause. Und wenn ich viel Glück habe, dann schaffe ich es, alle zu lesen bis zum nächsten Flohmarkt.
Auf den freue ich mich schon jetzt!
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Heute fiel mir wieder einmal eine meiner Lieblingsgeschichten aus Züri by Mike in die Hände. Ein Vater schaut mit seinem Töchterchen ein Pflänzchen an, das mitten auf dem Trottoir durch den Asphalt gebrochen ist und dort wächst. Fragt der Vater: "Und, was, denkst Du, kann man von diesem Pflänzchen lernen?" Das Töchterchen denkt nach und sagt dann: "Wenn man hartnäckig ist, kann man auch eine dumme Idee durchsetzen."
Ha! So geht's einem, wenn man einem Kind rhetorische Fragen stellt.
Beharrlichkeit ist förderlich, sagt das chinesische Buch der Wandlungen (I Ging). Das habe ich auch schon herausgefunden: wenn ich -- zumindest im Geschäftsumfeld -- eine Idee mehr als ein Jahr beharrlich verfolge, dann setzt sie sich plötzlich wie von selbst um. Ernsthaft! Ist mir schon mehrere Male so geschehen. Es scheint mir fast, dass so alles zu erreichen ist!
Nur hat das Töchterchen oben eben schon recht, und bei aller Freude, was ich mit freundlicher Beharrlichkeit alles umsetzen kann: wie weiss ich, ob meine Idee dumm ist? Wenn die Anderen die Idee nach langer Zeit annehmen und umsetzen helfen, war das dann Überzeugungsarbeit oder Gehirnwäsche?
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Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier auch mal was über Fussball schreibe, denn ich habe Mühe mit dem Euro-Theater. Vor allem will mir nicht in den Kopf, dass die Schweiz und Österreich zusammen fast 400 Millionen ausgeben müssen, währen die UEFA 1100 Millionen Gewinn plant. Ist das fair? Könnten die nicht "nur" 700 Millionen Gewinn machen und dafür die zwei Staaten entlasten?
Doch als ich das heute zu einem Freund sagte, meinte er: Dafür ist es jetzt zu spät. -- Wie meinst Du das? -- Letzte Woche regte mich das auch noch auf, und ich finde Fussballer primitiv, aber es kommt, ob wir wollen oder nicht, und ich will auch was davon haben. Ab jetzt ist Euphorie angesagt!
Ich glaube kaum, dass ich da euphorisch werde, aber dank meines Freundes schaue ich mir ab heute nicht mehr an, wie sich die Reichen daran noch mehr bereichern, sondern wie sich die Leute um mich herum daran freuen. Und wer weiss, vielleicht geschieht dann das Unwahrscheinliche: dass ich Fussballmuffel hier nochmal über Fussball schreibe.
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Heute war meine letzte Vorlesung im Frühlingssemester an der ETH Zürich: ich gebe sie für Studierende im letzten Semester, also für Leute, die schon fast alles gesehen haben. Ein Student schrieb nun in der Umfrage, welche das Rektorat jährlich durchführt:
One of the most interesting lectures ever!
Eine der interessantesten Vorlesungen, (die ich) jemals (hatte)!
Die grosse Freude über diesen Kommentar hilft mir ganz gut hinweg über das wehmütige Gefühl, dass meine ETH-Vorlesungszeit nun fertig ist und erst im Jahre 2009 wieder anfangen wird.
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Seit ich mit dem Departement Elektrotechnik zu tun hatte, also seit Beginn meines Studiums vor zwanzig Jahren, kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der Herr Kreuzer (Marcel) nicht Departementssekretär war. Der Name des Departements wechselte, Herr Kreuzer blieb, und ich bekam von ihm -- erst als Student, dann als Doktorand, nun als Lehrbeauftragter -- immer alles was ich brauchte, und bekam es immer schnell. Und nun höre ich, dass Herr Kreuzer diese Woche in Pension geht! Ich hab das nicht kommen sehen!
Dass Herr Kreuzer geht, ist nun natürlich nicht mein heutiges freude.li, sondern dass er bleibt, und sich erst noch verdoppelt: denn die Studienadministration macht jetzt Herr Kreuzer (Reto), die Departementskoordination übernimmt Frau Kreuzer (Brigitta). Ernsthaft! Ich stelle mir da eine Stellenausschreibung vor: Gesucht für die Leitung des Departements ... Name muss Kreuzer sein ... Bewerbungen mit Lebenslauf und Kopie der Identitätskarte bis ... an ...
Ein Stück weit ist das sicher Zufall, denn Frau Kreuzer ist nicht mit Herrn Kreuzer verwandt. Aber Herr Kreuzer (Reto) schon, er ist Herrn Kreuzers (Marcels) Sohn.
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