Andúril 
Gestern morgen ging ich mt einem Schwert zur Arbeit, mit Andúril, der "Flamme des Nordens" (*), das mir mein Elfjähriger gemacht hat: eine ein Meter lange Klinge, von Hand mit dem Sackmesser aus Holz geschnitzt, den Griff mit Stoff, Schnur und Bändern umwickelt, das Heft bemalt, "Andúril" in Elfenrunen draufgeschrieben, mit echtem Bergkristall am Knauf: ein herrliches Schwert! Ich habe es im Büro aufgehängt.

Die Leute am Bahnhof schauten mich verwundert an. Wann sieht man denn schon einen Erwachsenen mit einem riesigen Holzschwert zur Pendlerzeit im Zug? Also ich hab sowas noch nie gesehen ...

So musste ich sehr lachen, als ich heute morgen am Bahnhof nahe meines Arbeitsplatzes ausstieg und eine Frau auf den Zug warten sah, die ein riesiges Holzschwert bei sich trug! Hab ich irgendwie verpasst, dass die "Woche des Holzschwerts" ist oder was?



P.S. Im Gegensatz zu mir, der Andúril unterwegs stolz präsentierte, hatte sie den Griff des Schwerts mit einem Tuch verhüllt, vielleicht damit nicht jeder sofort sah, was es ist.



(*) P.P.S. Andúril heisst "Flamme des Westens" (siehe Kommentar). Ich hatte es noch nie wirklich mit Richtungen, bin sogar an der Fahrprüfung rechts abgebogen als der Prüfer sagte "Dort vorne links".



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Äpfel fressen! 
Gerade sagte meine Frau scherzhaft zu mir -- es geht um die Flugausfälle wegen des Vulkans Eyjafjallajökull --: "Ou neeeeeiiii! Jetzt kriegen wir keine Erdbeeren aus Spanien und Kiwis aus Neuseeland mehr!" Worauf ich sagte: "Ou neeeeeeeiiii! Jetzt müssen wir Äpfel aus der Schweiz fressen!"

Worauf unser Zweijähriger erfreut und sehr aufgeregt rumrannte und schrie: "Jooooooooo! Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, ..."

Und jetzt liegt er am Boden und knabbert an seinem Apfel, den ich ihm geben musste, damit er sich wieder beruhigt.


P.S. Eyjafjallajökull ist wohl sowas wie das Isländische "Chuchichäschtli": wollt Ihr versuchen, es auszusprechen? Dann hört hier: Das Wort Eyjafjallajökull gesprochen von Jóhann Heiðar Árnason.

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Warum nicht? 
Gespräch mit meinem bald Zweijährigen:


Kind (ängstlich): "Papi, jetz mues I Angscht ha!"

Ich (besorgt): "Worom?"

Kind (lächelnd): "Worom ned?"

Ich (sprachlos): " "


Hat der Kleine gerade einen Witz gemacht? Wo hat er solche Ideen bloss her? ;-)

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Jeton verlangen 
Kennst Du das auch? An einer WC-Tür in einem Restaurant steht Falls Türe verschlossen, an der Kasse Jeton verlangen.

Ich habe mir darunter eigentlich immer eine kleine Metallscheibe oder sowas ähnliches vorgestellt und musste deshalb heute fast laut herauslachen, als mich im Restaurant an der Kasse ein Mann bediente, der mit einem Namensschild "JETON" beschriftet war: offenbar muss man also dort wirklich Jeton verlangen, und der kommt dann, wie er leibt und lebt, und schliesst die WC-Tür auf? Ein lustiger Gedanke!


P.S. "Jeton" ist ein albanischer Vorname und leitet sich ab von jetë (das Leben).


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Gewalt? 
Manchmal macht micht jemand so wütend, dass ich am liebsten in irgend einer Form gewalttätig werden möchte, mit Worten vielleicht, mit Taten ... und dafür schäme ich mich dann entsprechend, denn ich möchte ja nicht gerne gewalttätig sein.

Auf der anderen Seite fühle ich mich auch sehr unwohl, wenn ich diesen Instinkt zu ignorieren versuche: irgendwas stimmt dann ja nicht!

Und so hat es mich sehr gefreut und entspannt, als ich im Buch "Ich und Du" von Martin Buber folgende Zeilen fand, als Antwort auf die Frage, ob Buber glaube, dass die Urzeit der Menschheit ein Paradies gewesen sei:

Mag sie eine Hölle gewesen sein - und sicherlich war die, auf die ich im geschichtlichen Denken zurückzugehen vermag, voller Grimm und Angst und Qual und Grausamkeit -: unwirklich war sie nicht.

Die Begegnungserlebnisse des Urmenschen waren gewiss nicht zahmes Wohlgefallen; aber besser noch Gewalt am real erlebten Wesen, als die gespenstische Fürsorge an antlitzlosen Nummern! Von jener führt ein Weg zu Gott, von dieser nur der ins Nichts.


Solch schwere Worte: ein Grund zur Freude für mich? Ja!: grosse Freude. Denn nun weiss ich, dass ich mit meiner Wut immerhin noch "Du" sage zum Menschen vor mir und ihn nicht als Ding behandle. Ich fühl mich vielleicht in dem Moment gerade nicht gut, aber ich bin trotzdem ganz nah am menschlichen Wesen vor mir dran. Da ist kein Grund, mich für irgend etwas zu schämen. Und schon geht's mir viel besser.


(Und ein zweiter Grund für eine kleine Freude: wenn Buber zwei Satzzeichen wie "-:" nacheinander setzen kann, dann kann ich es auch mit "!:" machen ...)


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