sevinc.li 
Türkisch ist -- für mich -- eine lustige Sprache: nicht nur klingt sie mir völlig fremd, es gibt auch einige lustige Konflikte mit anderen Sprachen. So hat das Wort "güzel" (ausgesprochen Güsel) überhaupt nichts mit Müll zu tun, sondern heisst ganz einfach "schön". Und "insan" heisst nicht wie das Englische "insane" Geisteskrank, sondern "Mensch". "Bir", "yedi", "on" und "kirk" sind nicht ein Getränk, ein Ritter mit Lichtschwert, das Gegenteil von "off", und ein Raumschiffkaptain aus Star Trek, sondern die Zahlen 1, 7, 10, 40. Und "ben iyiyim" ist nicht ein Sohn eines Mannes, der Iyiyim heisst, nein, es heisst schlicht "mir geht's gut".

Respektive "Ich gut", ein Verb ist nicht drin in "ben iyiyim", nur "ich" (ben) und "gut" (iyi), letzteres ist aber mit "yim" grammatikalisch verändert. Das erklärt, weshalb Türken als Deutsch-Anfänger manchmal so reden: "Ich gut! Du auch gut?" Dass es da drin ein Verb braucht, wissen sie am Anfang vielleicht noch nicht, und wundern sich, wie man wohl auf Deutsch das Wort "gut" anpassen muss, damit die Grammatik stimmt.

Und so habe ich mich sehr gefreut, auf der Website einer Türkin, die ich flüchtig kenne, einen Satz zu finden, der "güzel" und "insan" enthält:

Insanda güzel olan yüzdür,
yüzde güzel olan gözdür
ama insani insan yapan agizdan cikan sözdür.


Ich hab ihn -- mit Wörterbuch -- knapp übersetzen können (und sicherheitshalber eine andere Türkin gefragt, wie nahe ich an die korrekte Übersetzung gekommen bin). Sie sagte: erstaunlich nahe!

Das Sprichwort hat mir sehr gefallen: "Die Schönheit des Menschen ist im Gesicht, die Schönheit des Gesichts ist in den Augen, aber was uns mit den Menschen verbindet, sind die Worte, die aus unserem Mund kommen."

Ben freude.li-yim!


P.S. Hätte Lust, die Domain http://sevinc.li/ zu kaufen. "sevinçli" heisst freudig :)


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Ketchup Poem 
Mit einem herzlichen "sorry" an alle, die nicht Englisch sprechen ...

Ketchup

If you do not shake the bottle,
none'll come, and then a lot'll.

(Anonymous)



("Wenn Du die Flasche nicht schüttelst, wird nichts kommen und dann wird viel kommen.")

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Ganz unten 
Ich habe mal gehört, man solle Menschen nicht danach beurteilen, ob sie fallen, sondern daran, wie sie wieder aufstehen.

Im ersten Moment hab ich gedacht: da ist was Wahres dran!

Und dann: Muss ich Menschen überhaupt beurteilen? Reicht es nicht, wenn ich ihnen einfach begegne?

Und schliesslich: Es ist schön, wenn man auch ganz unten noch die Aussicht geniessen kann!




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Andúril 
Gestern morgen ging ich mt einem Schwert zur Arbeit, mit Andúril, der "Flamme des Nordens" (*), das mir mein Elfjähriger gemacht hat: eine ein Meter lange Klinge, von Hand mit dem Sackmesser aus Holz geschnitzt, den Griff mit Stoff, Schnur und Bändern umwickelt, das Heft bemalt, "Andúril" in Elfenrunen draufgeschrieben, mit echtem Bergkristall am Knauf: ein herrliches Schwert! Ich habe es im Büro aufgehängt.

Die Leute am Bahnhof schauten mich verwundert an. Wann sieht man denn schon einen Erwachsenen mit einem riesigen Holzschwert zur Pendlerzeit im Zug? Also ich hab sowas noch nie gesehen ...

So musste ich sehr lachen, als ich heute morgen am Bahnhof nahe meines Arbeitsplatzes ausstieg und eine Frau auf den Zug warten sah, die ein riesiges Holzschwert bei sich trug! Hab ich irgendwie verpasst, dass die "Woche des Holzschwerts" ist oder was?



P.S. Im Gegensatz zu mir, der Andúril unterwegs stolz präsentierte, hatte sie den Griff des Schwerts mit einem Tuch verhüllt, vielleicht damit nicht jeder sofort sah, was es ist.



(*) P.P.S. Andúril heisst "Flamme des Westens" (siehe Kommentar). Ich hatte es noch nie wirklich mit Richtungen, bin sogar an der Fahrprüfung rechts abgebogen als der Prüfer sagte "Dort vorne links".



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Äpfel fressen! 
Gerade sagte meine Frau scherzhaft zu mir -- es geht um die Flugausfälle wegen des Vulkans Eyjafjallajökull --: "Ou neeeeeiiii! Jetzt kriegen wir keine Erdbeeren aus Spanien und Kiwis aus Neuseeland mehr!" Worauf ich sagte: "Ou neeeeeeeiiii! Jetzt müssen wir Äpfel aus der Schweiz fressen!"

Worauf unser Zweijähriger erfreut und sehr aufgeregt rumrannte und schrie: "Jooooooooo! Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, Öpfel fässe, ..."

Und jetzt liegt er am Boden und knabbert an seinem Apfel, den ich ihm geben musste, damit er sich wieder beruhigt.


P.S. Eyjafjallajökull ist wohl sowas wie das Isländische "Chuchichäschtli": wollt Ihr versuchen, es auszusprechen? Dann hört hier: Das Wort Eyjafjallajökull gesprochen von Jóhann Heiðar Árnason.

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