Wiederkehr 
Heute, beim Ausmisten der Bücher (wir haben zu viele davon) fiel mir ein Buch in die Hände, das ich gerade eben in einem anderen Regal gesehen hatte: es war ausgerechnet "Wiederkehr der Mystik" von Willigis Jaeger.

Die zwei Büchlein stehen jetzt nebeneinander im selben Regal, wie es sich gehört für ein Buch mit diesem Titel.

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Wieder zu Hause 
Mein Baby -- jetzt ein Jahr alt -- und wir waren eine Woche in den Ferien. Er hat all die neuen Eindrücke sichtlich genossen, aber er war auch deutlich verwirrt, denn nichts war wie gewohnt, und sogar als wir nach Hause kamen, wusste er noch nicht, wo wir sind. Bis er etwas Bestimmtes sah.

Und nun kommt nicht, was alle denken: sein Lieblingsspielzeug. Das ist ja mobil und könnte überall hin mitkommen! Nein, er öffnete die Schubladen in der Küche, sah nach was drin ist, und dann war ihm klar: wir sind zu Hause! Man konnte die Freude darüber richtig sehen in seinem kleinen Gesichtchen.

Ich fragte mich dann, was für mich "zu Hause" ist? Ich bin alles im Geist durchgegangen: die Küche, den Garten, die Stube, die Couch, das Esszimmer ... aber die Antwort ist verblüffend einfach: es ist mein (sehr bequemes) Bett. Und dorthin geh ich mich jetzt einkuscheln und mich am "zu Hause" freuen.


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Anderes tun 
Dies gelesen:

Jeder Mensch kann beliebige Mengen Arbeit bewältigen, solange es nicht die Arbeit ist, die er eigentlich machen sollte. (Robert Benchley)

Und das gedacht:

Für mich stimmt das ganz sicher, aber es kann leider recht schwierig sein, mir eine Arbeit zu beschaffen, die ich machen sollte, aber die ich möglichst lange immer wieder aufschieben kann, so dass mir daneben alles leicht fällt. Im Moment habe ich zum Glück eine solche Arbeit -- ich sage jetzt nicht, welche -- und ich bin tatsächlich mit allem anderen ungemein produktiv!

Danke, Herr Benchley! Ab jetzt mache ich das nicht mehr mit einem schlechten Gewissen, sondern mit einem guten Gefühl und einem verschmitzten freude.li.


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Ohne Selbstdisziplin 
Gestern war der letzte Tag der Fastenzeit -- für mich eine Zeit, in der ich auf Bücher- und Heftli-Kauf und auf häufiges E-Mail-Lesen verzichten wollte -- und heute war das Fastenbrechen: mein Besuch in einer Buchhandlung! Ich war überwältigt von der Menge der wunderbaren Bücher, die dort stehen, und fast ein wenig überfordert, mir eins auszuwählen. Aber ich wollte unbedingt eins kaufen; wenn ich schon nicht genügend Disziplin hatte, nur zweimal im Tag E-Mail zu lesen, so reichte meine Disziplin ganz knapp, mich sieben Wochen am Bücherkaufen zu hindern, und dann hatte ich heute doch wohl ein Buch verdient, oder? Oder???

Aber welches?

Und dann stach mir ein Buch in die Augen: Dinge geregelt kriegen (ohne einen Funken Selbstdisziplin) von Kathrin Passig und Sascha Lobo. Ich hab es mir gleich gekauft. Lesen werde ich es noch eine Zeit lang nicht, denn ich stecke gerade in Band 4 der siebenbändigen Narnia-Chroniken von C. S. Lewis, aber alleine der Besitz eines Buches mit einem solchen Titel gibt mir schon freudige Hoffnung auf ein ruhigeres Arbeitsleben.



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Glas: halb voll. 
Letzte Woche erlebte ich die Höhen und Tiefen der Ingenieurarbeit in vollen Zügen:

Am Montag fasste ich die Aufgabe, etwas zu bauen. Seine Gütezahl -- ich bringe jetzt keine technischen Details -- sollte 63'000 sein. Mit einer kurzen Handrechnung sagte ich gleich: "Das geht ganz einfach!"

Am Dienstag hab ich es dann ausprobiert und gemerkt: die Formel stimmte für diesen Fall nicht! Bin nur auf etwa 1'300 gekommen. Hab mich dann gefragt, ob ich es hinkriege, und einem Kollegen eine E-Mail geschrieben: "Weisst Du, ob das überhaupt geht?"

Am Mittwoch kriegte ich eine Antwort von ihm; er schickte mir eine wissenschaftliche Arbeit von sich, die ich im Oktober gelesen hatte -- och war das peinlich -- welche eine Lösung andeutete. Ich setzte mich hin, und erreichte in kurzer Zeit 1'700'000. Jippieeeee!

Am Donnerstag merkte ich, dass ein zweites Kriterium nicht erfüllt war. Mööööööp. Am Donnerstag Abend war ich wieder nur bei 3'200.

Am Freitag dann der Durchbruch: ich begriff, was mir zuvor noch nicht klar gewesen war, und am Abend war ich dann auf komfortablen 71'000.

Und so läuft es immer in der Forschung -- ein Auf und Ab -- und, wenn man ehrlich ist, läuft es im ganzen Leben ja so. Es gibt ja eine alte Spruch: ein Pessimist sagt, das Glas sei halb leer, ein Optimist, es sei halb voll. Ich glaube, die Wahrheit ist etwas subtiler: ein Pessismist erinnert sich später an Dienstag und Donnerstag, ich aber erinnere mich an Mittwoch und Freitag, was mich mit Freude und Energie für das nächste Projekt versorgt.

P.S.: Die Geschichte mit dem halben Glas lässt sich ausdehnen: Ein Ingenier sagt weder, das Glas sei halb leer, noch es sei halb voll. Er sagt: da hätte man doch besser ein kleineres Glas genommen!


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