Nur weil ich es haben will! 
Seit ich http://freude.li/ habe, schaue ich alles auch aus der Perspektive des freude.li-Schreibers an: überrascht es mich? Ist es freudig? Gäbe es einen lesbaren freude.li-Text daraus? Das gibt während eines einzigen Tages eine ganz schön grosse Menge an freudigen Ideen. Das Allerwenigste von dieser grossen Menge stammt aus der Zeitung, was mich jeden Tag kurz nachdenklich stimmt. Auch ist viel davon Persönliches von Familie, Bekannten und Freunden, das ich nicht der ganzen Welt erzählen will. Meine treuen Leser, falls es sie gibt, werden also hier sehr wenig über meine Familie lesen, obwohl diese mir eine Quelle vieler freude.lis ist.

Aber selbst wenn ich alles, was sich nicht eignet, weglasse, bleibt am Abend noch etwas zum aufschreiben, egal wie der Tag verlaufen ist, und meist muss ich eine Geschichte aus mehreren auswählen. Und deshalb habe ich heute ganz einfach Freude an der Tatsache, das Freude wahrscheinlich das Einzige ist, was ich sofort bekommen kann, nur weil ich es haben will.




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Ein ausgekochtes Huhn 
Heute ging ich ein Huhn einkaufen und machte daraus Hühnersuppe. Verglichen mit Instant-Suppe gibt das schon einiges mehr zu tun: zuerst das Huhn drei Stunden in Wasser kochen, dann noch eine Stunde mit verschiedenen getrockneten chinesischen Gemüsen, Wurzeln und Kräutern, und noch eine Stunde mit zusätzlichem frischem Gemüse. Dann filtern. (Vom Aufräumen des Chaos in der Küche will ich gar nicht viel sagen.)

Aber die Gerüche! Schon ein Huhn alleine verströmt einen herrlichen Geruch, wenn es drei Stunden kocht! Mit dem getrockneten Zeug dazu wird der Geruch stärker, erdiger, und mit dem Frischgemüse grüner, frischer. Ich glaube, die Leute im ganzen Quarter rochen diese herrliche Suppe. Die ganze Arbeit war ein so schönes Erlebnis, dass es mir nicht einmal etwas ausmacht, dass die Suppe gar nicht für mich bestimmt ist. Ich würde sie für mich selbst ja nicht einmal kochen, weil ich Vegetarier bin.


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Kirschbäumchen 
Vor unserer Tür steht ein kleines Zierkirschbäumchen, von dem ich dachte, dass es im Winter eingegangen sei: so viele Bäume hatten schon Blätter, und blühten, aber die kleine Kirsche sah ganz verdorrt aus. Heute morgen aber sah ich, dass sich aus den braunroten Knospen grüne Blätter schieben. Vor lauter Freude gab ich dem Bäumchen gleich einen Liter Wasser in seinen Topf.

Ich glaube, meine Angst um das Bäumchen kam daher, dass ich es während des Winters sehr selten goss. Nächsten Winter werde ich es öfter giessen, damit ich mich dann im Frühling 2009 wohler fühle.


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Laufen am Limit 
Heute rannte ich nach Aarau und wieder zurück, und dabei dachte ich an die Worte einer guten Freundin: "Wenn ich radle oder blade, dann meist am Limit, so schnell wie ich es ausdauernd kann ..."

Ja, das wollte ich auch wieder mal versuchen, und es war wirklich ein grossartiges Erlebnis, auch wenn mich jetzt die Beine schmerzen. Aber etwas fiel mir auf: früher lief ich oft am Limit, als ich noch mehr trainierte, sogar nach Plan auf Wettkämpfe trainierte, aber heute rieche ich im Gegensatz zu damals noch den Flieder und sehe noch die Blumen am Weg, während ich so schnell renne, dass es nicht mehr schneller geht.

Ich denke nicht, dass ich jemals wieder ein echter Wettkampfläufer werden könnte, denn wenn ich plötzlich nichts mehr riechte und sähe, dann würde ich sofort abbremsen. So gewinne ich bestimmt keinen Wettkampf, behalte aber hoffentlich meine Freude am rennen.

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Neugier und Wohlsein 
In der Zeitschrift "Psychologie Heute" las ich: Eine psychologische Studie, die im Journal of Positive Psychology veröffentlicht wurde, zeigt, dass neugierige Menschen sich allgemein wohler fühlen.

Für mich stimmt das bestimmt: ich bin sehr neugierig und fühle mich eigentlich meist wohl (wie ein Freund der Familie sagt: "Es reicht nicht einmal zum jammern.") Ich denke, die Neugier macht mich immer und immer wieder hinsehen, bis ich staunend an etwas hängenbleibe, das mein Herz erfreut. Ich glaube, wenn man bedenkt, wie vielfältig und wundervoll die Welt ist, dann ist der einzige angemessene Zustand des Geistes Überraschung, und der einzige angemessene Zustand des Herzens Freude.

Jedoch ist nicht diese Erkenntnis mein heutiges freude.li, sondern etwas viel einfacheres: es gibt tatsächlich ein Journal of Positive Psychology! Ich stell mir darunter natürlich so etwas wie eine wisseschaftliche Version von freude.li vor, und es freut mich, dass sich Wissenschaftler ernsthaft mit solchen Dingen befassen.


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