Dort im Tunnel geht eine unscheinbare Tür weg in ein winziges Räumchen, gerade breit genug für einen sehr schmalen Verkaufstresen, und lang genug, um den Raum in einen Besucherteil und eine kleine Küche zu unterteilen.
Und dort in der Küche steht Herr Itzig Solomon aus Israel und macht die besten Falafel, die ich jemals irgendwo gegessen habe, aus selbst gemachtem Teig, mit selbst gemachten Saucen. Jedes Jahr im Frühling, wenn ich wieder an der ETH meine Vorlesung gebe, suche ich irgendwann mal das kleine Räumchen -- gibt's das immer noch?, frage ich mich immer -- und wenn ich es finde, freue ich mich sehr, denn dann weiss ich, dass die Welt irgendwie in Ordnung ist, und geniesse eine Portion vom besten Falafel der Schweiz.
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Gerade eben sah ich das Neugeborene von guten Freunden. Dieser Frieden auf dem kleinen, hübschen Gesichtchen! Maximal!
Willkommen hier, kleines Menschchen, die Welt ist schöner durch Dich, und dabei war sie ja schon vor Dir so schön.
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Gestern traf ich nach Jahren wieder einmal einen Mann, den ich sehr schätze und mit dem ich während meiner Doktorarbeit viel zu tun hatte. Nennen wir ihn mal Gunnar Ekkert.
Professor Ekkert war an der ETH ein hoch geachteter Mann, einer von der alten Garde, wie man so sagt, und ich hätte nie daran gedacht, ihn zu duzen.
Das änderte sich zeitweise, nachdem ich meine Doktorarbeit abgeschlossen hatte. Ich wurde international in wissenschaftlichen Gremien tätig, in denen auch Prof. Ekkert verkehrte. Auf gut American sagt man sich dort den Vornamen. Zuerst war mir aber so unwohl dabei, dass ich ihn lieber gar nicht Namen ansprach. Es dauerte zwei, drei Jahre, bevor ich in Gunnar zu nennen wagte, und auch dann nur auf Englisch. In der Schweiz, oder sogar wenn wir im Ausland deutsch sprachen, nannte ich ihn weiterhin Herr Ekkert, und er mich Herr Schmid.
Das wurde immer absurder -- zum Beispiel wenn in einer Runde der letzte Englischsprachige den Raum verliess und auf Deutsch gewechselt wurde -- bis ich es schliesslich nicht mehr aushielt und ihm per E-Mail das Du anbot (ein grober Verstoss gegen die althergebrachten Regeln) das er mit Freude annahm.
Und gestern sagte mir Gunnar, wie sehr ihn das gefreut hatte! Und erzählte mir die Geschichte von ihm und einem anderen Professor, wie sie sich lange Jahre auf Englisch beim Vornamen nannten und auf Deutsch ganz mühsam vermieden, sich überhaupt je mit Namen ansprechen zu müssen, damit es nicht peinlich wurde.
Ich habe so gelacht! Ich habe mich so gefreut! Offenbar bin es gar nicht nur ich, der in dieser Hinsicht kompliziert ist, sondern wir, die Schweizer, oder vielmehr ES, nämlich das Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen der Höflichkeit.
P.S. Es gibt etwas noch Peinlicheres: ein Schweizer, der in Schottland niest! Weil: niesende Schotten entschuldigen sich nach dem Niesen. Schweizer wünschen "Gesundheit", wenn jemand niest. Und wenn nun ein Schweizer in Schottland niest, gibt es eine unöglich lange Stille, in der jeder wartet, dass der andere etwas sagt ...
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Gestern Nacht fragte mich ein junger Mann die gängige Frage: "Hast Du etwas Kleingeld für mich?" Und ich fragte zurück: "Wieviel brauchst Du, und wofür?"
Er habe in der Nachbarstadt mit der Freundin abgemacht, aber habe nicht genug Geld dabei für ein Zugbillet. Nun, da würde ich ihm gerne helfen, dachte ich, aber was, wenn er für das Geld dann Drogen kauft? Die Dealer will ich nicht mitfinanzieren. Und so schlug ich ihm vor: "Komm mit zum Bahnhof (wir waren 100m vom Bahnhof entfernt) und ich kaufe Dir ein Billet Nachbarstadt retour."
Seine Freude war gross, er nahm das Billet gerne, sagte er habe ein Halbtax-Abo. Und ich gab sehr gerne die SFr. 7.60 für ihn aus, denn an seiner Freude sah ich, dass er das Geld genau für diesen Zweck gewollt hatte. Ihn in den Zug ein- und aussteigen zu sehen -- ich nahm denselben Zug wie er -- wäre für mich nicht einmal mehr nötig gewesen, um ihm zu vertrauen, denn echte Freude kann man nicht simulieren.
P.S. Wenn ich jedes Mal, wenn mir diese Frage gestellt wird, SFr. 7.60 ausgeben würde, dann ... ja wart mal, dann würde mich das etwa SFr. 38.-- pro Jahr kosten
[ 1 Kommentar ] ( 8 mal gelesen. )
Manchmal ist die Arbeit als Wissenschaftler hart: bis heute Mittag hatte ich zum Beispiel schon Tage!!! mit einem scheinbar einfachen Problem verbracht, und kam einfach nicht weiter: Null Schnall! Doch plötzlich machte etwas klick, ich begriff es, und alles funktionierte. Das freute mich sehr!
Und dann fiel mir auf: in den vergangenen Tagen hatte ich ganz viel Schokolade gegessen. Zuletzt fast eine halbe Tafel in der Kaffeepause am Morgen. Seit dem Klick spüre ich aber kein Reissen nach Schokolade mehr. Ich wusste ja theoretisch, dass etwas begreifen ebenso wie Schokolade essen Glückshormone ausschüttet, aber dass es so krasse Auswirkungen auf mich hat, hätte ich nicht gedacht. Auf jeden Fall, damit mir mein regelmässiges Dopamin-induziertes freude.li sicher ist, werde ich mir im Büro nun genügend Schokolade einlagern für die Zeit, in der das Null Schnall zurückkommt. Und ganz, ganz viel neues lernen, damit ich immer mal wieder was begreife ...
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