In der Hektik stellte ein Kellner ein riesiges Tablett mit wohl 100 Gläsern auf einen etwas zu kleinen Tisch -- das Tablett stand leicht schief -- und ging davon. Der nächste Kellner stellte sein Tablett auf das erste drauf.
Nun gibt es zwischen Tablettkunststoff und Glas nur ganz wenig Haftreibung. Ich stand also da, ins Gespräch vertieft, und sah vier Meter entfernt von mir wie das obere Tablett unmerklich rutschte. Kann das sein? Ich sah genauer hin, das Tablett bewegte sich nicht. Ah, das musste eine optische Täuschung gewesen sein.
Dann rutschte das Tablett wieder ganz langsam ein Schrittchen weiter und hielt wieder an. Eine Kellnerin sah in die Richtung ... und wieder weg. Ah? Das ist harmloses Rutschen? Interessant.
Mein Gespräch ging weiter, als das Tablett zum dritten Mal anrutschte, und diesmal nicht gleich wieder stoppte. Zuerst wartete ich fasziniert darauf (gegen alle Wahrscheinlichkeit) dass das Tablett wieder anhält. Als ich realisierte, dass es nun nicht mehr anhalten würde, fragte ich mich kurz: kann ich ein schweres Tablett mit 100 Gläsern auffangen? Und: wenn ich nun hinrenne, und ich schaffe es nicht mehr, sieht es dann so aus als hätte ich es runtergeworfen?
Nun, es hätte wohl sowieso nicht mehr gereicht. Klirrrrrrrrrrrr. 100 Gläser kaputt auf dem Teppich. Die Kellnerin ging mit Schulterzucken hin und las seelenruhig die Scherben auf.
So ist auch dies typisch Woissenschaftler: wir verschieben oft Entscheidungen, bis sie uns vom Schicksal abgenommen werden.
Weiter geht die Serie mit einem der drei folgenden Themen:
a) Was meinte ich mit "in Paris -- nicht in Paris"?
b) Wie viel Wein kann ein Forschungsteam trinken?
c) Wo schlief Randall in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch?
d) Weshalb musste Gerd beinahe Hunger leiden?
Der erste Kommentar, der a), b), c) oder d) erwähnt, entscheidet, wie's weiter geht.
[ 3 Kommentare ] ( 8 mal gelesen. )

Kalender



