Der Mikrochip funktioniert! 
Das Schwierige, wenn man nach mehrmonatigem Warten einen Mikrochip aus der Fabrikation zurückbekommt, ist, dass er selten auf Anhieb läuft: irgendein Fehler versteckt sich nämlich immer im Messaufbau, der aus dutzenden von Komponenten, Kabeln und Messgeräten besteht. Und dann geht die Sucherei los, denn für die oft aufwändige Elektronik hat so ein Chip verhältnismässig wenige Anschlüsse. Zum Beispiel der Chip meiner Diplomarbeitsstudenten, der nur 18 Anschlüsse hat, wovon knapp die Hälfte nur zur Stromversorgung dient:



Durch die andere Hälfte der Anschlüsse muss man dann suchend erraten, was wohl das Problem sein könnte. Meine persönlichen längsten Suchereien dauerten zwei Monate und anderthalb Monate (!), und da war es jeweils ein Trost, dass ich eigentlich nie alleine war, sondern immer in einem Team, das gemeinsam suchte.

Doch heute kam mein Student zu mir, am zweiten Tag, an dem er Messungen machte, und sagt mir, dass alles funktioniert. Ich freute mich riesig, liess alles stehen und liegen, und rannte mit ihm zum Messplatz. Tatsächlich! Er hatte den Messaufbau super geplant und sehr sauber gemacht, aber ich frage mich, ob er weiss, wie unglaublich viel Glück er gehabt hat. Soll ich es ihm sagen?


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